Kirchen in und um Obing

Pfarrkirche St. Laurentius in Obing

Im 12. und 13. Jahrhundert wird eine Pfarrkirche St. Laurenzi wiederholt erwähnt. Zwischen 1480 und 1491 wurde sie als dreischiffige spätgotische Hallenkirche im Stil der Spätgotik neu aufgebaut und geweiht. Der Hochaltar birgt drei der schönsten Figuren des Meisters von Rabenden: Die Madonna mit dem Kind und die hl. Laurentius und Jakobus der Ältere.

Der ursprünglich spätgotische Altar wurde 1871 durch einen neugotischen des Münchner Bildhauers Wirth ersetzt. Die 3 kostbaren Schnitzfiguren des Meisters von Rabenden haben eine beachtliche Größe. Sie gehören dem Spätwerk des Künstlers an und dürften 1515 entstanden sein.

Der vergoldete Tabernakel ist eine sehr filigrane Arbeit und ist wie der Altar neugotisch. Das Chorgestühl wurde vom Vachendorfer Bildhauer Oberhauser 1870 geschnitzt.

Filialkirche St. Jakobus d.Ä. in Albertaich

Auf einem Moränenrücken liegt der Ort Albertaich. Der Turm der kleinen Filialkirche ist schon von weitem sichtbar.

Der Graubündner Gaspare Zucalli hat den spätgotischen Bau 1670 umgestaltet. Die Kirche war einst eine vielbesuchte Wallfahrt. Sehenswert ist das kostbare Altarbild der Kirche: Es stellt den Hl. Jakobus dar, dem Maria auf einer Säule erscheint nach dem Vorbild der “Virgen del Pilar” in Saragossa.

Die Ausstattung ist außerordentlich reich, qualitätvoll und einheitlich. Die drei Altäre entstanden um 1672 und haben eine Schwarz-Gold-Fassung. Sie bieten ein Höchstmaß an Qualität und Reife, was die Schnitzereien angeht. Die Figuren halten die Balance zwischen Ernst und Frohsinn und versinnbildlichen die Verspieltheit der barocken Epoche.

Nach dem Umbau erhielt die Kirche eine Stuckdekoration, die sich locker über die gesamte Wölbung verteilt. Noch unbekannt ist, wer diese ausgezeichnete Stuckarbeit mit ihrem heiteren, unaufdringlichen und zugleich ländlichen Charakter schuf.

Erwähnenswert sind auch noch die Fresken aus dem Jahre 1906, die vorzüglich mit dem barocken Stuck harmonieren.

Filialkirche St. Ägidius in Diepoldsberg

Bereits 1189 wird die Kirche namentlich erwähnt. Um 1430 wurde sie vermutlich von Konrad Pürkhel ausgestattet. Die barocke Einrichtung von 1650 blieb einheitlich erhalten.

Hochaltar und Seitenaltäre sind gemeinsam die dunkelbraune Fassung des Holzes mit wenigen hellblauen Flächen und die vergoldete Ornamentik. Reich verziert ist die Predella (Unterbau) des Hochaltars. Das Zentrum bildet ein Gemälde mit dem hl. Ägidius und der Hirschkuh, dahinter eine Kirche, vermutlich sogar jene von Diepoldsberg. Die Seitenaltäre sind schlichter gehalten. Sie zeigen die hll. Leonhard und Sebastian. In ihrer einheitlichen Ausstattung bieten die Altäre dieser Kirche ein wirkungsvolles Zeugnis ländlicher Schnitzkunst.

1964 wurden Fresken aus dem 16. Jahrhundert freigelegt. Die originellen volkstümlichen Wandmalereien ähneln in ihrer lockeren Pinselführung denen in Seeon. Die Kanzel repräsentiert den Stil des Hochbarocks, wobei die Ornamente der Altäre aufgegriffen werden.